
Sie setzen Gesundheit und Leben für die Gemeinschaft aufs Spiel, stehen Tag und Nacht bereit — und werden dennoch oft übersehen: Polizisten, Soldaten, Feuerwehrleute und Rettungskräfte. Während in anderen Ländern Einsatzkräfte starken gesellschaftlichen Rückhalt genießen, fehlt er hierzulande oft. Der NXTGEN Podcast von Denis Pfeifer greift genau diese Fragen auf: Warum tun wir uns so schwer mit Anerkennung und wie lässt sich das ändern?
Gesellschaftlicher Missstand: Realitäten jenseits der „Blaulichtromantik"
Eskalationen bei Einsätzen, Übergriffe bei Demonstrationen oder Stadionspielen, ständige Konfrontation mit Gefahr und Aggression — es sind Zustände, die in den Nachrichten meist nur als Randnotizen erscheinen. Dabei sind sie Alltag für mehr als 1,3 Millionen Einsatzkräfte allein in Deutschland. „In kaum einem europäischen Land ist die gesellschaftliche Distanz gegenüber Einsatzkräften so ausgeprägt wie hier. Die Anerkennung bleibt auf oberflächliche Bekundungen beschränkt, wenn überhaupt", erklärt Denis Pfeifer.
Die Auswirkungen sind fatal: Wer jede Nacht damit rechnet, beleidigt, bedroht oder gar attackiert zu werden, entwickelt Misstrauen gegenüber der Öffentlichkeit, der Politik und oft auch sich selbst. Traumatische Einsatzerfahrungen, wie sie insbesondere aus Auslandseinsätzen bekannt sind, bleiben häufig unverarbeitet. Kaum ein Thema ist so tabuisiert wie die PTSD-Belastung bei Polizisten und Soldaten: „Viele Betroffene trauen sich nicht, Hilfe zu suchen. Sie fürchten, als schwach oder nicht belastbar abgestempelt zu werden, und das kann karriereschädigend sein", warnt Pfeifer.
Ein Blick ins Ausland: Warum sind andere Nationen weiter?
Während hierzulande die Diskussion über einen „Veteranentag" fast hinter vorgehaltener Hand geführt wird, erleben Soldaten und Blaulichtkräfte in den USA oder Frankreich öffentliche Wertschätzung. „Support our Troops", der „Veterans Day" in den USA oder große Paraden in Paris am Nationalfeiertag: sichtbare Zeichen, dass die Gesellschaft ihre Einsatzkräfte ernst nimmt.
Denis Pfeifer sieht darin kein Pathos, sondern gelebte Solidarität: „Es geht nicht darum, jede Entscheidung von oben kritiklos zu übernehmen. Aber ein Mindestmaß an Respekt — das schulden wir denen, die unseren Alltag sicherer machen." Deutschland habe 2023 erstmals einen offiziellen Tag zur Anerkennung von Veteranen eingeführt, doch gesellschaftlich bleibe das Thema umstritten.
Der NXTGEN Podcast: eine Plattform für echte Geschichten
Wer sind die Menschen hinter der Uniform? Wie fühlt sich ein Auslandseinsatz im Krisengebiet an? Was bedeutet es, bei einem Terroranschlag oder einer Geisellage im Einsatz zu sein? Mit diesen Fragen begann das Projekt NXTGEN Podcast. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungsberichte, Tabuthemen und Lebensrealitäten, die bislang kaum öffentlich besprochen wurden.
„Wir haben Gäste, die von ihren Auslandseinsätzen in Afghanistan berichten, Veteranen, aktive Polizisten, Feuerwehrleute und Sanitäter. Bei uns kann sich jeder sicher fühlen, ohne Angst vor negativen Konsequenzen", so Pfeifer. Die Resonanz spricht für sich: Über 97.000 YouTube-Abonnenten, Top-Platzierungen in den Streaming-Charts, Millionen Reel-Views.
Den Wandel vorantreiben
„Wir wollen niemanden bemitleiden, sondern Stärken sichtbar machen, Barrieren abbauen und echte Wertschätzung fördern." Der Podcast ist inzwischen nicht nur bei Einsatzkräften gefragt, sondern wird auch von Politik, Medien und Behörden als Gradmesser für aktuelle Themen genutzt. Mit über 40 hochkarätigen Gästen — von Generalmajor Sembritzki bis zum Ex-BND-Vizepräsidenten Dag Baehr — hat sich das Format zur größten Plattform seiner Art im deutschsprachigen Raum entwickelt.
Dieser Artikel erschien ursprünglich auf WELT.de.



